Energie & Wirtschaftlichkeit

Was bringt eine PV-Anlage auf einem Mehrfamilienhaus wirklich?

Wir haben es konkret durchgerechnet – für ein Stralsunder Mehrfamilienhaus aus den 1970er Jahren mit zehn Wohneinheiten. Grundlage ist eine vollständige Wirtschaftlichkeitsanalyse mit realen Lastprofilen, aktuellen Komponentenpreisen und einem Berechnungstool, das eigens für diesen Zweck entwickelt wurde.

Von Eric Förster   ·   Mai 2026   ·   Lesedauer ca. 6 Min.

13,6 % p.a.
Verzinsung (IRR)
6,7 J.
Amortisation
62 %
Eigenverbrauch
37.000 €
Investition

Der ehrliche Einstieg

Photovoltaik auf dem Mehrfamilienhaus klingt in der Theorie überzeugend. In der Praxis scheitern viele Projekte jedoch an einer einzigen Frage: Lohnt sich die Investition wirklich – konkret, für dieses Objekt, mit diesen Mietern, in dieser Region?

Wir haben genau das für ein Objekt aus unserem eigenen Verwaltungsbestand analysiert. Grundlage ist eine vollständige Wirtschaftlichkeitsanalyse mit realen Lastprofilen, aktuellen Komponentenpreisen und einem Berechnungstool, das im Rahmen eines MBA in Renewable Energy Management an der BHT Berlin entwickelt wurde.

„Wir arbeiten nicht mit optimistischen Annahmen. Wenn sich ein Projekt wirtschaftlich nicht trägt, sagen wir das – und erklären warum.“

Das Objekt: Altbau, 10 Einheiten, Stralsund

Das Gebäude stammt aus den 1970er Jahren, liegt in Stralsund und befindet sich seit mehreren Jahren in unserem Verwaltungsbestand. Mit zehn Wohneinheiten und einem für Nordostdeutschland typischen Klimaprofil – gute Sommereinstrahlung, moderate Winter – eignet es sich gut für eine Analyse der gemeinschaftlichen Gebäudeversorgung mit Photovoltaik.

Die zentrale Frage: Ist eine PV-Anlage für dieses Objekt wirtschaftlich sinnvoll – und wenn ja, in welcher Dimensionierung?

Die Berechnung: Was unser Tool macht​

Handelsübliche PV-Rechner arbeiten mit pauschalen Durchschnittswerten – ausreichend für eine erste Orientierung, aber nicht für eine belastbare Investitionsentscheidung. Unsere Analyse basiert auf einem eigens entwickelten Tool mit folgenden Parametern:

→  Reale stündliche Lastprofile für Mehrfamilienhäuser

→  Stundenweise Einspeise- und Selbstverbrauchssimulation

→  Aktuelle Komponentenpreise (Module, Wechselrichter, Speicher)

→  Optimierung der Batteriegröße auf maximalen wirtschaftlichen Nutzen

→  Ausgabe: IRR, ROI, Amortisation, Eigenverbrauchsquote, optimale Speichergröße

Die Ergebnisse im Detail

Wirtschaftlichkeitsanalyse – Stralsund MFH Berechnung – Anlage in Vorbereitung
Anlagengröße 33 kWp PV
Batteriespeicher (wirtschaftlich optimiert) 44 kWh
Gesamtinvestition 37.000 €
Eigenverbrauchsquote 62 %
Strompreis für Mieter 32 ct/kWh
Grundversorger-Preis (Vergleich) 35 ct/kWh
IRR (Interner Zinsfuß) 13,6 %
ROI 15,4 %
Amortisation 6,7 Jahre

Eine Verzinsung von 13,6 % p.a. ist kein Zufallsergebnis, sondern das direkte Resultat einer wirtschaftlich optimierten Batteriedimensionierung. Eine kleinere Batterie hätte den Eigenverbrauch und damit die Rendite gemindert, eine größere die Investitionssumme unverhältnismäßig erhöht. Mit 44 kWh liegt der Speicher für dieses Objekt im wirtschaftlichen Sweetspot.

Zum Vergleich: In einem Zinsumfeld, in dem Tagesgeld bei 2–3 % liegt und Anleihefonds vergleichbare Renditen bei deutlich höherem Kapitalrisiko bieten, ist eine gesicherte Verzinsung von 13,6 % p.a. auf eine Gebäudeinvestition ein bemerkenswertes Ergebnis.

Die Mieter profitieren mit 32 ct/kWh von einem Strompreis unterhalb des Grundversorger-Tarifs von 35 ct/kWh – bei gleichzeitiger Versorgungssicherheit durch den Batteriespeicher. Eigentümer und Mieter profitieren gleichermaßen

TRANSPARENZ-HINWEIS

Die Anlage befindet sich aktuell in Vorbereitung. Die hier genannten Zahlen stammen aus unserer Wirtschaftlichkeitsanalyse – nicht aus dem laufenden Betrieb. Wir kennzeichnen diesen Unterschied konsequent.

Die Batteriefrage: oft unterschätzt

Ein häufig unterschätzter Faktor bei der Planung von Photovoltaikanlagen auf Mehrfamilienhäusern ist die Dimensionierung des Batteriespeichers. Wird er zu klein gewählt, bleibt der Eigenverbrauch niedrig und ein Großteil des erzeugten Stroms wird zu ungünstigen Einspeisevergütungen abgegeben. Wird er zu groß dimensioniert, steigen die Investitionskosten unverhältnismäßig – der Grenznutzen jeder zusätzlichen Kilowattstunde Speicherkapazität nimmt ab einem bestimmten Punkt deutlich ab.

Unser Tool ermittelt die wirtschaftlich optimale Speichergröße iterativ – für dieses Objekt liegt das Optimum bei 44 kWh.

Modell: Gemeinschaftliche Gebäudeversorgung

Für Mehrfamilienhäuser ist die gemeinschaftliche Gebäudeversorgung (GGV) das relevante Modell – nicht das klassische Mieterstromkonzept. Der wesentliche Unterschied: Beim GGV-Modell wird der erzeugte Strom direkt im Gebäude verteilt, ohne dass der Verwalter eine Einspeisevergütungs- oder Energiehändlerfunktion übernehmen muss.

Das vereinfacht die Abwicklung erheblich und macht das Modell auch für kleinere Liegenschaften mit 5 bis 15 Einheiten wirtschaftlich tragfähig.

Kostenlose PV-Analyse für Ihr Mehrfamilienhaus

Wir analysieren, ob und in welcher Dimensionierung eine Photovoltaikanlage für Ihr Objekt wirtschaftlich sinnvoll ist – mit einer vollständigen Berechnung von Verzinsung, Amortisation und optimaler Speichergröße. Sprechen Sie uns an.

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