Energie & Technik

Heizung modernisieren in Stralsund – Klimatechnik statt Gas

Wie wir eine defekte Gasheizung in zwei Wochen durch moderne Klimatechnik ersetzt haben – mit BAFA-Förderung, echten Zahlen und dem, was wir dabei gelernt haben.

Von Eric Förster, Sundstral   ·   Stralsund, Juni 2026   ·   Lesezeit ca. 5 Minuten

Die Frage, ob man beim Heizen auf fossile oder elektrische Technik setzen soll, wird in Eigentümer­versammlungen häufig vertagt. Die Argumente beider Seiten sind bekannt, die Entscheidung ist komplex – und solange die bestehende Anlage funktioniert, besteht kein Handlungsdruck.

Im November 2023 hatten wir diesen Spielraum nicht. Die zentrale Gasheizung in einer unserer Stralsunder Liegenschaften fiel aus. Sieben Wohneinheiten, kein warmes Wasser, kein Druck, keine Zeit für lange Analysen. Wir mussten innerhalb von zwei Wochen entscheiden: Reparatur, neue Gasheizung oder eine andere Lösung.

Wir haben uns für Klimageräte entschieden – vollständig elektrisch betrieben, ohne fossile Energieträger. Was danach folgte, hat uns wichtige Erkenntnisse über Technik, Kommunikation und die Realität solcher Umstellungen geliefert.

Warum wir keine neue Gasheizung eingebaut haben

Eine neue Gastherme wäre schnell und unkompliziert gewesen. Niemand hätte Fragen gestellt. Aber wir verwalten Liegenschaften mit einem Zeithorizont von zehn bis zwanzig Jahren – und auf diesem Zeitstrahl haben Gasinvestitionen heute ein strukturelles Risikoprofil.

Die CO₂-Bepreisung steigt planbar. Das Gasnetz verliert Anschlüsse, während die verbleibenden Nutzer einen wachsenden Anteil der Infrastrukturkosten tragen. Gleichzeitig haben sich die Effizienzwerte moderner Klimatechnik in den letzten Jahren deutlich verbessert.

Das sind keine politischen Argumente. Das sind Kostenentwicklungen, die sich in Wirtschaftlichkeitsberechnungen abbilden lassen.

Kennzahlen der Anlage – Stralsund, 7 Wohneinheiten
3,5–4,2
SCOP der installierten Klimageräte (saisonale Effizienz)
~1,0
Effizienzfaktor einer konventionellen Gasheizung
−50 %
Geringere laufende Wartungskosten gegenüber zentraler Gasheizung
BAFA
Bundesförderung beantragt und erhalten – trotz Zeitdruck im November

Ein SCOP von 3,5 bis 4,2 bedeutet: Aus einer Kilowattstunde Strom erzeugt die Anlage 3,5 bis 4,2 Kilowattstunden Wärme. Eine konventionelle Gasheizung kommt auf ein Verhältnis von etwa 1:1. Der Effizienzunterschied ist erheblich – auch wenn der Gaspreis je Kilowattstunde derzeit günstiger ist als Strom.

Was bei der Umsetzung nicht optimal war

Vor einer Umstellung auf Wärmepumpen- oder Klimatechnik wird in der Regel ein hydraulischer Abgleich empfohlen. Er erfasst die tatsächliche Heizlast des Gebäudes und optimiert die Auslegung der neuen Anlage.

Hinweis aus der Praxis Wir konnten den hydraulischen Abgleich unter dem Zeitdruck im November nicht durchführen. Die BAFA-Förderung liess sich dennoch beantragen und wurde bewilligt – allerdings mit höherem Aufwand. Ob eine andere Dimensionierung der Anlage mit Abgleich sinnvoll gewesen wäre, lässt sich im Nachhinein nicht eindeutig sagen. Wer eine solche Umstellung plant, sollte sich ausreichend Zeit nehmen und den Abgleich einplanen.

Die Reaktion der Mieter – und was wir daraus gelernt haben

Nach der Umstellung gab es Rückmeldungen, die wir eingeplant hatten und die dennoch Klärungsbedarf erzeugten. Der Stromverbrauch war auf den Nebenkostenabrechnungen erstmals sichtbar. Die bisherigen Gaskosten und Heizungswartungskosten, die in der alten Abrechnung aufgegangen waren, fehlten als direkte Gegenposition.

Das Ergebnis auf den ersten Blick: höhere Stromkosten. Das Ergebnis in der Gesamtbetrachtung: in etwa gleich hohe Gesamtkosten.

 

Die Lektion: Wer die Heiztechnik wechselt, muss auch die Kommunikation an die neue Struktur anpassen. Mieter brauchen keine technischen Erläuterungen, sondern eine klare Einordnung – zum Beispiel: Der Stromanteil in der Nebenkostenabrechnung steigt, aber die Gas- und Wartungskosten entfallen. Netto ändert sich kaum etwas. Ohne diese Einordnung entsteht Misstrauen, auch wenn die Zahlen korrekt sind.

Warum wir auf diese Technik setzen

Unsere Entscheidung ist keine ideologische. Wir empfehlen, was sich unter realistischen Annahmen rechnet – heute und mit einem Blick auf die mittelfristige Kostenentwicklung.

Der Anteil erneuerbarer Energien im deutschen Strommix wächst. Die CO₂-Kosten für Gas steigen nach einem festgelegten Pfad. Die Infrastrukturkosten des Gasnetzes werden auf weniger Nutzer verteilt, je mehr Haushalte aussteigen.

Hinzu kommt ein weiterer Aspekt: Wer heute auf Klimatechnik umstellt, schafft die technische Voraussetzung für die Kombination mit einer PV-Anlage. Wärmepumpe und Photovoltaik ergänzen sich wirtschaftlich: Selbst erzeugter Strom senkt die Betriebskosten der Heizung und verbessert die Gesamtrendite der Liegenschaft. Wir können das für jedes Objekt konkret berechnen.

Was das für Eigentümer bedeutet

Wir verwalten Mehrfamilienhäuser in Stralsund und Brandenburg an der Havel. Unser Ansatz geht über klassische Hausverwaltung hinaus: Mit einem Abschluss in Renewable Energies und einem eigens entwickelten Wirtschaftlichkeitstool für PV-Anlagen auf Mehrfamilienhäusern bringen wir eine Perspektive mit, die in der Branche nicht selbstverständlich ist.

Über unser Partnernetzwerk – darunter ein Fachbetrieb für Kälte- und Klimatechnik, der ausschliesslich fossil-freie Lösungen installiert – setzen wir Massnahmen nicht nur konzeptionell, sondern auch praktisch um. Die BAFA-Förderungen haben wir selbst beantragt und erhalten.

Die beschriebene Umstellung im November 2023 ist kein Pilotprojekt. Es ist ein abgeschlossenes Projekt mit dokumentierten Kosten, messbaren Ergebnissen und konkreten Erfahrungswerten – auf die wir bei jeder weiteren Beratung zurückgreifen.

Wenn Sie ein Mehrfamilienhaus besitzen und wissen möchten, ob eine Umstellung auf moderne Heiztechnik für Ihre Liegenschaft wirtschaftlich sinnvoll ist: Wir rechnen das konkret durch – ohne Verkaufsdruck, ohne Pauschalaussagen.

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Wir analysieren Ihre Liegenschaft und zeigen, welche Energielösung sich für Ihr Objekt rechnet.

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